Der Telenotarzt

Die dritte Säule des Projektes „Land|Rettung“ befasst sich mit der Etablierung des Telenotarzt-Systems.

Gerade in den ländlichen Regionen des Landkreises Vorpommern-Greifswald sind die Rettungskräfte meist vor dem Notarzt am Einsatzort, weil es mehr Rettungswachen als Notarztstandorte gibt. Wird aber trotzdem die schnelle Unterstützung durch einen Notarzt benötigt, z. B. weil sich das Krankheitsbild bei einem Patienten akut verschlechtert, kann der Telenotarzt die Zeit bis zum Eintreffen eines Notarztes vor Ort überbrücken.

Auch die Verlegung eines Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes [ein Interhospitaltransfer] kann durch den Telenotarzt begleitet werden. Somit bleiben „fahrende“ Notärzte frei für den Einsatz „vor Ort“.

Für die Umsetzung des Telenotarzt-Systems wurde ein zentraler Telenotarztarbeitsplatz in Greifswald eingerichtet und von erfahrenen Notärzten der Universitätsmedizin Greifswald besetzt.  Im Rahmen der Projektphase wurden sechs Rettungswagen an den Standorten Greifswald, Lubmin, Loitz, Karlsburg und Mellenthin für den Einsatz mit dem Telenotarzt ausgerüstet. Dazu werden unter anderem Videokameras und Mobilfunkeinheiten zur Übertragung von Videobildern und Vitaldaten (Puls, Blutdruck, EKG) des Patienten  in Echtzeit an den Telenotarzt eingebaut.

Der Telenotarzt ist somit in der Lage, den Zustand des Patienten zu beurteilen und ggf. Therapieentscheidungen zu treffen, die dann durch die vor Ort befindlichen Rettungskräfte ausgeführt werden können.

Durch Hospitationen in Aachen, wo das Konzept des Telenotarztes seit 3 Jahren erfolgreich durchgeführt wird, und interne Schulungen  werden Notärzte und Rettungsdienstmitarbeiter auf diese neue Art und Weise des „Zusammenspiels“ am Notfallort gut vorbereitet.