Technische Umsetzung des Telenotarzt-Systems

Das technische Gesamtsystem des Telenotarzt-Systems zeichnet sich durch einen modularen Aufbau aus.

Die Tele-Rettungswagen, also die speziell für den TNA-Dienst eingesetzten Rettungswagen, sind mit einer Kommunikationseinheit, der so genannten InCar-peeqBOX, ausgerüstet, die das Herzstück der telemedizinischen Ausstattung darstellt, und einen Austausch von Audio-, Video- und Live-Vitaldaten zwischen Telenotarzt-Zentrale und Tele-Rettungswagen ermöglicht. Weiterhin sind ein Thermodrucker und eine HD-Kamera, die individuell zuschaltbar ist, im Rettungswagen verbaut.

Zusätzlich zu diesen fest verbauten Komponenten im Fahrzeug gibt es außerdem den Patientenmonitor mit der mobilen peeqBOX, zwei Bluetooth-Headsets und ein Smartphone mit spezieller peeqApp.

Durch dieses Smartphone und die App können Fotos von der Einsatzstelle aufgenommen und automatisch an das jeweilige Telenotarztprotokoll übertragen werden. Die Daten des Patientenmonitors werden in Echtzeit ebenfalls an den Telenotarzt übertragen und in das jeweilige Telenotarztprotokoll integriert, um dann zu Diagnose- und Therapiezwecken eingesetzt werden zu können.

Um eine zuverlässige mobile Datenübertragung zu gewährleisten, ermöglicht die peeqBOX die parallele Nutzung mehrerer Mobilfunknetze.

Der Greifswalder Telenotarzt-Arbeitsplatz ist in unmittelbarer Nähe zur Integrierten Leistelle und zur Greifswalder Notarztwache lokalisiert und wird von erfahrenen Notärzten der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald besetzt. Er umfasst als Computerarbeitsplatz eine Rechnereinheit mit mehreren Monitoren, Headset, Drucker und Bereitschaftstelefon. Die Rechnereinheit ermöglicht den Zugriff auf das Telenotarzt-Gesamtsystem. Folgende Kernfunktionalitäten stehen zur Unterstützung des Telenotarztes bereit:

Telefon-Tool, Dokumentationsmodul und Einsatzmanagement. Das Telefon-Tool ermöglicht durch verschiedene Funktionen eine intuitiv bedienbare Audiokonferenzverwaltung. Das Dokumentationsmodul dient der Erfassung von Patientenzustand und Einsatzsituation. Über das Einsatzmanagement ist der Austausch von Einsatzdaten zwischen dem Gesamtsystem und dem Einsatzleitsystem möglich und erlaubt somit z. B. das Nachfordern von zusätzlich erforderlichen Rettungsmitteln, wie z. B. einem NEF (Notarzteinsatzfahrzeug).